 | | Thorsten Hallscheidt | 

 Alexander Cigale, Julia Pfeiffer, Malte Kaun (B):
Metaphysik
 Christian Aberle (Köln) | Titel: Areal

 Eva Keil (Paris)
| Titel: 12 Inches

 Peter Simon (Köln)| Titel: Erdbeere 03

 Michalea Schweiger (Berlin) | Titel: Zurück in die Stadt von morgen
 Christian Keinstar (Köln) | Titel: Liberty Enlightening the World (Videoperformance)
 Georg Schütz (Köln) | Titel: The last Magnolia
 Eva Teppe (Stuttgart)
| Titel: 15 Metre

 Christian Aberle (Köln)
| Titel: Sloughi

 Tessa Knapp/ Jacob Kirkegaard (Köln/Kopenhagen)
Titel: Filament

 Nele Wohlatz (Karlsruhe)
Titel: Medea & Die Illegalen
 Claude Lelouche (Paris)
Titel: C‘était un rendez-vous
 The Kills (London)
Titel: No wow
 Jakub Dvorsky (Prag)
Titel: Plantage
|
| << | >> 
|
videoLAB: "Areale“
Videoprojekt mit fast 20 beteiligten
Künstlern an zwei verschiedenen Orten kuratiert von Thorsten Hallscheidt
Freitag, 8. September
sculpture@CityNord videoLAB
Teil 1: ebene+14 (Mexikoring 15)
Beginn: 18 Uhr
Teil 2: Vattenfall, Gr. Konferenzsaal (Überseering 12)
Beginn: ca. 20:30 Uhr
Ende: ca. 22:30 Uhr
Thorsten Hallscheidt hat verschiedene Videokünstler
eingeladen, die den öffentlichen Raum sehr
unterschiedlich interpretieren: Manchmal skurril,
manchmal realistisch, konzeptuell, experimentell,
phantastisch, bedrohlich, teilweise auch überfordernd
und schrill. Pop, Kitsch, dokumentarische oder
performative Ansätze sind mit von der Partie.
Diese Beiträge werden von Hallscheidt an zwei
verschiedenen Orten mit Simultanprojektionen und
Überblendungen zu einer spannenden und aufwendigen
Videoperformance zusammengefügt. Dabei sind sowohl
reine Soundstücke im 2 - 5 Kanalton (Dolby 5.1) zu
hören, als auch 1-fach bis 3-fach Projektionen zu sehen.
u.a. sind folgende Künstler beteiligt:
Claude Lelouche, Jörg Lindenmaier, The Kills, Eva Teppe,
Eva Keil, Aleksander Cigale, Christian Aberle, Ulrike
Flaig, Nele Wohlatz, Michaela Schweiger, Christian
Keinstar, Tessa Knapp/Jacob Kirkegaard, Georg Schütz,
Peter Simon, Jacub Dvorsky
e b e n e + 1 4
1. Alexander Cigale, Julia Pfeiffer, Malte Kaun (Berlin):
Titel: Metaphysik
Jahr: 2000
Länge: 5 Min
Metaphysik I zeigt uns die Geheimnisse der Schwerkraft und das Geheimnis der
Levitation. Es gilt, dass ein Mann eine Hummel sein kann, dass es möglich ist, die
Anziehung, die uns bindet, zu überwinden. Exponiert als weißer Unschuldsengel
schwingt sich der Reiter der Lüfte zu einer Reise über das Brachland urbaner
Bebauungslücken.
Die Überwindung der Kräfte, die den Körper am Boden halten kostet Energie,
dafür bietet Masse keinen Grund mehr die Fallbeschleunigung zu fürchten. Das
Gravimeter zeigt auf null. Die Reise beginnt. Hände bleiben unbenutzt, die
Verwandlung schreitet fort und eine neue Ordnung in der Bewegung verschafft
sich ihren Raum.
2. Christian Aberle (Köln):
Titel: Areal
Jahr: 2005
Länge: 2:03 Min.
Sound: Aleksander Cigale
Areal setzt sich aus den Fragmenten mehrerer Handlungsabläufe zusammen. Es
ist nicht wichtig, warum etwas geschieht und was daraus folgt. Es ist wichtig,
dass etwas geschieht und warum man es sieht.
Was man wahrnimmt und weshalb es auf diese Art präsentiert wird, hängt direkt
vom Herstellungsprozess ab. Als Ausgangsmaterial wurden Einzelbilder aus dem
Internet verwendet. Die Entscheidung, Videofilme zu produzieren, ohne sich
gefilmten Materials zu bedienen, wirft folgende Frage auf: Wie können wenige
Einzelbilder zu glaubwürdigen Bewegungsabläufen verknüpft und in einem
zeitlichen Ablauf adäquat platziert werden?
Zunächst offenbart der Monitor reines Schwarz, aus dem sich ein weiträumiges,
metallisches Geräusch dehnt. Es wiederholt sich und stößt in ungleichmäßigem
Rhythmus auf scharfe Zischlaute, wirkt Puls beschleunigend. Einige Sekunden
lang bildet das Schwarz lediglich eine Fläche. Bis ein Blitz einen schwarz
gekleideten Mann erhellt, der sich zum Betrachter hin bewegt. Kaum ist er
erschienen, verschwindet er wieder im Dunkel, das nun ein Ort ist. "(...) Die
Bewegung besteht sicht-lich im Übergang von einem Punkt zum anderen und
folglich im Durchlaufen eines Raums. (...)“, so Henri Bergson in "Materie und
Gedächtnis“.
Immer wieder zeichnen Blitzstrahlen Körper ins Dunkel. Ein letztes Aufblitzen
schickt einen nicht zurück ins Schwarz, sondern auf eine Wiese die zunehmend im
Nebel verschwindet. Eine gespitzte Armbewegung katapultiert den Betrachter in
gleißend helles Licht.
Was geschehen ist bleibt dahingestellt. Allerdings ist es nicht unangebracht, das
Schwarz, die Wiese und das Weiß für den immer gleichen Ort zu halten. Eine
Land-schaft, die sich mit ihren Protagonisten ins Gegenteil verkehrt hat.
"(...) Ich dachte an den unendlich stillen, verlassenen Ort und ich dachte an
die Götter aus gebranntem Lehm, (...), mit erhobenen Fingern und auf ewig
3. Eva Keil (Paris)
Titel: 12 Inches
Jahr: 1999 / 2000
Länge: 10:13 Min
September 1999 in New York. Ich spreche fremde Personen an und frage sie,
ob ich ihr Gesicht als Videoporträt filmen kann. Nach 1-2 minütigem Gespräch
beginne ich mit der Aufnahme. Hintergrund der Videoaufnahme bildet der
Ort an dem ich die Personen anspreche. Es sind ruhige Orte, wie Bibliotheken,
Internetcafés, Parkwege oder Nagelstudios. Diese Arbeit verfolge ich in vier
weiteren Städten, Frankfurt, Berlin, Konstanz und Karlsruhe, bis März 2000.
Für die Aufnahme halte ich in meiner rechten Hand eine Videokamera. Durch
den Sucher blicke ich auf das Gesicht meines Gegenübers. Die Kamera ist etwa
30 cm von seinem/ihrem Gesicht entfernt. Mit meiner linken Hand messe ich
diese Distanz, bis meine Finger das fremde Gesicht berühren. Diese Berührung
sehe ich durch die Kamera während mein Gegenüber meine linke Hand sieht
und spürt. Die gefilmte Person sucht den Blick eines Gegenüber im Objektiv der
Kamera. Das Video ist die Aufzeichnung dieser Kontakte.
Gefilmt habe ich mit einer festen Focuseinstellung, Hi-8 Videokamera
(NEW YORK) sowie MiniDV-Kamera (FRANKFURT, BERLIN, KONSTANZ
und KARLSRUHE). Die Videoaufnahmen sind weder in Ton noch im Bild
nachbearbeitet. Es gibt harte Schnitte zwischen den einzelnen Porträts.
4. Peter Simon (Köln)
Titel: Erdbeere 03
Jahr: 2006
Länge: 4 Min
Eine sture Person in einer sturen Welt. Das sich drehende Hamsterrad kann
man nicht mit dem Kopf durch die Wand voran verlassen.Eine andere Strategie,
eine andere Person ist notwendig, die eine neue Idee mitbringt. Ein einfaches
Marmeladenbrot tut aber auch seine Wirkung.
5. Michalea Schweiger (Berlin)
Titel: Zurück in die Stadt von morgen
Jahr: 2005
Länge: 23 Min
In dem Film "Zurück in die Stadt von morgen“, führen unterschiedliche
Personen in minimalistischen Geschichten durch das Hansaviertel, das 1957
als "Stadt von morgen“ gebaut wurde. Dabei verweben sich
Zustandsbeschreibungen, Rückblicke auf die Utopien der Architekten und
Ausblicke auf zukünftige Lebensperspektiven. In der Kulisse der Bauten
bekannter Architekten verdichten sich grosse Utopien, Verweise auf
zeitgeschichtliche Ereignisse und alltägliche Geschichten zu einem
fragmentarischen Portrait von 50 Jahren Zukunft.
Much as in a relay and through a series of minimalist cameos diffrent
people take the lead through the Berlin Hansa Quater, a neighbourhood built
in 1957 as the city of tomorrow. Official state descriptions merge with
reviews of the utopia of the architects and future life prospects. Great
utopia is referenced to chronicle happenings and stories of everyday life
which are played out against a backdrop of the buildings of popular
architects and become a portrait of the quater and its inhabitants.
6.Christian Keinstar (Köln)
Titel: Liberty Enlightening the World (Videoperformance)
Jahr: 2006
Länge: 8 Min
7. Georg Schütz (Köln)
Titel: The last Magnolia
Jahr: 2006
Länge: 2 Min
Drei Männer finden die vielleicht letzte Magnolie des Jahres 2006. Handys
und Fotokamera werden gezückt, um sich, den jeweils anderen und die Blüte
abzulichten, Gelächter und dann ein Bier trinken gehen.
8. Eva Teppe (Stuttgart)
Titel: 15 Metre (super 8 auf DVD)
Jahr: 2002
Länge: 3 Min
9. Matthias Schwelm (Stuttgart)
Titel: Ku mund ta gjej (Statujen) Enver Hoxha?
Wo ist (die Statue) Enver Hoxha´s?
Jahr: 2006
Länge: 23 Min
Seit 1992 klafft im Zentrum von Tirana eine Wunde. Wo einst die Bronzestatue
des stalinistischen Diktators Enver Hoxhas 10m in den Himmel ragte, steht heute
noch einmal im Jahr der städtische Weihnachtsbaum. Das Volk hat den Helden
von damals verschwinden lassen. Und zwar so gründlich, dass keiner mehr genau
weiß wohin...
Mein Film ist der nicht-wissenschaftliche Versuch den Menschen und ihrer
Erinnerung ein bisschen auf die Sprünge zu helfen.
10. Christian Aberle (Köln)
Titel: Sloughi
Jahr: 2005
Länge: 2:25 Min.
Sound: Aleksander Cigale
Aus Weiß dringt ein Sound. Ein verzerrter, entmenschlichter Ton breitet sich
aus. Dringt tief in den Körper, macht Klaustrophobie und Paranoia. Das Wesen
erscheint und es führt Bewegungen aus. In Loops. Einzelbilder unterschiedlicher
Sloughis in Reihung generieren einen sich farblich dauernd verändernden
orientalischen Spür-hund. Der Hintergrund bleibt weiß, nur der schwarzweiße,
zum Taxidermie-Sloughi gehörige Bildraum pulsiert endlos.Das Rennen, Zucken,
Drehen des Tiers rückt es nur scheinbar von der Stelle. Vielmehr bleibt es in
einer Ausdehnung von 720 x 576 Pixeln befangen. Generiert einen Raum, der
sich um das Objekt bewegt, keine lineare Bewegung im Raum. Hinten erscheint
schließlich der Stalker pink, rot, blau, grün, violett. Für 32 Frames. Verschwindet
in das Weiß, dem die gehetzte Kopf-drehung gilt. Die Leine ragt in die Leere, aus
ihr fasst die Hand die Kehle. "Just because you´re paranoid that doesn´t mean
there´s nobody following you. (Blurt)“
11. Jörg Lindenmaier (Berlin)
Titel: Löwenstein
Jahr: 1999
Länge: 10 Min
12. Colette Copeland (Media, Pennsylvania)
Titel: The Normal
Jahr: 2005
Länge: 5:35
In the wake of 9/11, the American communal sense of security and refuge
ruptured. Fear escalated throughout the nation.
The seemingly disparate video images devoid of human presence are scenes
from my daily travels. Appearing ordinary at first glance, an underlying tension
punctures the surface calm. Beautiful in its luminosity with billowing smoke, the
Sunoco refinery presents a paradox of potential danger as a terrorist target and
as an environmental polluter. Death permeates the images, manifesting itself in
a natural cycle and as a result of human intervention. The video addresses the
"New Normal“ in an age of consumerism, industry, and Homeland Security.
V A T T E N F A L L
1. Tessa Knapp/ Jacob Kirkegaard (Köln)
Titel: Filament
Jahr: 2006
Länge: 8 Min
Entstanden für die Rauma Biennale Balticum 2006.
Das Atomkraftwerk Olkiluoto in Finnland wird derzeit
um Europas größten
Reaktor erweitert und liegt umgeben von einem dichten
Märchenwald.
Die Arbeit verwendet Soundmaterial, welches innerhalb
des
Atomkraftwerkes mit Kontaktmikrofonen abgenommen wurde
und Bildmaterial,
welches außerhalb mittels fotografischer
Langzeitbelichtungen in der Natur
aufgenommen wurde. Aus der Stille entwickelt sich der
Ton, aus dem Schwarz
das Bild, beide als ebenbürtige Partner und
Kontrahenten, sich gegenseitig
evozierend, ablösend aber auch gemeinsam wirkend. Was
auf den kurzen
Blick etwa als Standbild-Projektion entschlüsselt
werden könnte, zerdehnt
sich, entwickelt sich teilweise fast unmerklich, das
Bild nach und nach für den
Betrachter verschwimmend. Graduell morphen einzelne
Elemente des »Stills«
in einem Zustand ständiger Vibration, ändert es seine
Konsistenz, suggeriert
wandernde Blickpunkte, unbestimmbare Ebenen und
fiktive Raumangebote.
Ursprünglich bezog sich der Begriff „Filament“ auf
organische Strukturen, vor
allem von Bäumen. Im Zuge der technologischen
Entwicklung bezieht man ihn
jedoch zunehmend auf von Menschen kreiierte Gebilde.
2. Nele Wohlatz (Karlsruhe)
Titel: Medea & Die Illegalen
Jahr: 2005
Länge: 35 Min
Bürger, Fischer, Polizisten, Tourismus und Migration, die Grenze Mittelmeer und
das Lager. Eine Dreikanal-Videoinstallation zu Identität und Grenzen Europas. Auf
drei Leinwänden, die im Halbkreis zueinander hängen, monologisieren jenseits
des hysterischen Tagesschau-Hypes dokumentarische Erzähler über ihren Alltag
inmitten des sizilianischen Urlaubs- und Grenzgefüges. In immer gleicher Position
zentral ins Bild komponiert, werden die existentiell Betroffenen zu Stellvertretern
für ein strukturelles Problem, ihre Umräume werden zu Bühnen. Die Grenze
erscheint fragmentiert, und je nach eigenem Standpunkt wirkt das Meer erholsam
oder lebensbedrohlich. Die Erzählung von Medea als archetypischer Exilantin
spannt einen Bogen vom Beginn der Demokratie in die Gegenwart.
3. Ulrike Flaig (Berlin)
Titel: Vom Hang der Kreatur zum Minimalistischen
Jahr: 2006
Länge: 11:20 Min
Was ist Minimalismus?
Im Kunst-Kontext weiß jeder, da geht’s um ganz einfache, reduzierte Formen und
Strukturen.
Aber, was hat das mit dem wirklichen Leben zu tun?
Im folgenden sehen Sie 3 Videos, je 11 Minuten, die alle gleichzeitig gezeigt
werden.
Die Künstlerin geht der Frage nach:
Warum bloß konzentrieren sich alle Lebewesen bei freier Wahl der Möglichkeiten
immer auf die selbe?
4. Claude Lelouche (Paris)
Titel: C‘était un rendez-vous
Jahr: 1976
Länge: 9:30 Min
C‘était un rendez-vous (Es war eine Verabredung) ist ein Kurzfilm, der eine
legendäre, vollkommen irrsinnige, alle Verkehrsregeln (einschließlich roter
Ampeln) mißachtende Autofahrt durch Paris um 5 Uhr 30 in der Früh zeigt.
Dieses Beispiel des cinéma vérité besteht nur aus einer einzigen ungeschnittenen
Filmsequenz. Die Kamera war an der Stoßstange eines Ferrari 275 GTB befestigt.
Die Länge des Films war durch die maximale Länge des verfügbaren 35 mm
Materials auf des Filmspule der benutzten Kamera auf unter 10 Minuten
begrenzt. Die Spitzengeschwindigkeit des Ferrari betrug nach Aussage Lelouches
etwa 200 km/h.
5. The Kills (London)
Titel: No wow
Jahr: 2005
Länge: 4:47 Min
"Wir sind The Kills, nicht die Killer. Aber das Ding, das getötet wird. Wie Roadkill.
Wir sind einfach zwei kleine Kills“, antwortet Jamie, der Drummer, Gitarrist
und Sänger dieses Retro-Duos 2003 auf die Frage nach dem Ursprung ihres
Bandnamens. An diesen Sätzen merkt man schon, dass hier genau das im Spiel
ist, was den Hype um die "The“-Bands ausmacht: (viel) Drogen, laute Musik und
zerrissene Kleidung.
6. Jörg Lindenmaier (Berlin)
Titel: Impression #1
Jahr: 2001
Länge: 25 Min
7. Jakub Dvorsky (Prag)
Titel: Plantage
Jahr: 2004
Länge: 4:14 Min
"Plantage“ is music video which created Jakub Dvorsky (Amanita Design) in
2004 for Danish band Under Byen. It was created both for online web screening
in Flash format (URL: http://samorost2.net/plantage) and TV screening (MTV,
DR1).
|
|
|